Jörg Ehtreiber (Intendant FRida & freD), Vizekanzler Werner Kogler, Sportstadtrat Kurt Hohensinner und Kultur- und Sportlandesrat Christopher Drexler (v. l. n. r.) präsentierten „Fertig? Los!“, Foto: Universalmuseum Joanneum/J.J. Kucek

„Fertig? Los!“ heißt es ab sofort im Joanneumsviertel

Den Wechselbeziehungen zwischen Sport, Technik und Kultur widmet sich eine neue, interaktive Ausstellung im CoSA – Center of Science Activities und im Besucher*innen-Zentrum des Joanneumsviertels. Im Rahmen des diesjährigen Sportjahres LET’S GO GRAZ 2021 wurde diese heute in Anwesenheit von Vizekanzler Werner Kogler, Kultur- und Sportlandesrat Christopher Drexler, Sportstadtrat Kurt Hohensinner und Jörg Ehtreiber (Intendant FRida & freD) präsentiert. Die neue Sonderausstellung Fertig? Los! Die Geschichte von Sport und Technik – ursprünglich eine Ausstellung des TECHNOSEUM in Mannheim und von FRida & freD – Das Grazer Kindermuseum für die Steiermark adaptiert – ist von 27.03. bis 21.11.2021 zu sehen.

Körperkult, Rekordjagd und Wellness-Oase: eine Ausstellung im Spannungsfeld von Sport, Kultur und Technik. Ob Stoppuhr, Zielfotografie oder Fitness-Tracker: Sport, wie wir ihn kennen, ist ein Produkt unserer technisierten Welt. Herausgebildet hat er sich im 19. Jahrhundert, als körperliche Wettkämpfe stärker normiert, Sportgeräte in Form und Material ausgefeilter konzipiert und Leistungen genauer analysiert und vermessen wurden. Sport gehört heute zum Alltag – etwa wenn der Sneaker vom Sportschuh zum Mode-Accessoire avanciert, eine umfassende Fankultur mit Gesängen und Ritualen Sportveranstaltungen prägt oder bei Dopingskandalen die Grenzen der körperlichen Selbstoptimierung heiß diskutiert werden. Diesen Wechselbeziehungen zwischen Sport, Kultur und Technik widmet sich diese große Sonderausstellung.

Kultur- und Sportlandesrat Christopher Drexler: 

„Die Sportausstellung Fertig? Los! im CoSA führt Kultur und Sport auf besondere Weise zusammen. In einer Zeit, in der leider auch im Sport noch viele Einschränkungen bestehen, ist es umso erfreulicher, dass in der Sportausstellung nicht nur Wissen und Informationen vermittelt werden, sondern die Besucherinnen und Besucher auch auf vielseitige Art und Weise zur aktiven Bewegung eingeladen werden. Ich bin überzeugt, dass die Beschäftigung mit der Geschichte von Sport und Technik Begeisterung hervorrufen und damit auch zu Sport und Bewegung im Alltag animieren wird. Ich freue mich, dass es gemeinsam, durch das Zusammenwirken von Bund, Land und Stadt, gelungen ist, diese Ausstellung im Rahmen des umfassenden Programms des Grazer Sportjahres zu ermöglichen. Ich lade Sie herzlich ein, interaktiv in das faszinierende Wechselspiel von Sport und Technik einzutauchen und viele spannende Zusammenhänge zu erfahren.“

Sportstadtrat Kurt Hohensinner:

„Das Grazer Sportjahr ist ein Mitmach-Jahr für alle. Ganz nach dem Motto „LET`S GO GRAZ“ werden die Grazerinnen und Grazer in Bewegung versetzt und für die positiven Wirkungen des Sports begeistert. Ein besonderes Highlight erwartet uns ab sofort im CoSA im Joanneumsviertel. Vorhang auf für Fertig? Los! – eine spannende Reise durch die faszinierende Geschichte von Sport und Technik. Die Ausstellung zeigt eindrucksvoll die enge Verbundenheit der beiden Bereiche, von der technischen Entwicklung von Sportgeräten über Leistungs- und Zeitmessung bis hin zu Rundfunk und Sportübertragungen. Ganz nach dem Motto des Sportjahres lädt die Schau darüber hinaus ein, auch selbst aktiv zu werden: So kann man sein persönliches Fotofinish absolvieren, in die Rolle eines Sportkommentators schlüpfen oder aktuelle Trendsportarten ausprobieren. Einfach reinschauen und mitmachen – LET`S GO GRAZ! LET`S GO CoSA!“

Werner Kogler, Vizekanzler und Minister für Kunst, Kultur, öffentlichen Dienst und Sport:

„Gerade in Zeiten großer Einschränkungen wird uns schmerzlich bewusst, dass zu einem erfüllten, freudvollen Leben mehr gehört als nur die Deckung unserer Grundbedürfnisse. Soziale Interaktionen beispielsweise, kultureller Genuss wie etwa ein Ausstellungsbesuch, aber ganz besonders auch Sport, passiv wie aktiv. Fertig? Los! Die Geschichte von Sport und Technik vereint all diese Interessen in 190 Exponaten, zahlreichen Mitmach-Stationen – und führt vor Augen, wie umfassend Sport in unserem Alltag Einzug gehalten hat. Dieses Highlight am Beginn des Grazer Sportjahres zeigt auf originelle Weise Facetten des modernen Sports, gewährt u. a. Einblicke in viele Bereiche der Leistungsoptimierung, Messtechnik und Vermarktung. Es macht vor allem aber auch Lust darauf, was so viele Sportbegeisterte mit Ungeduld herbeisehnen: Sportausübung, Training, Wettkämpfe, mit wem, wo und wann immer man will.“

Die Geschichte von Sport und Technik in sechs Bereichen entdecken

Die Schau nimmt mit rund 190 Exponaten so unterschiedliche Themen wie Sportgeräte und -materialien, Leistungsmessung und Normierung von Wettkämpfen sowie den Arbeiter- und Behindertensport in den Blick. Im ersten Bereich „Sport erobert die Welt“ wird ein Blick auf die Wurzeln des modernen Sports und die Geschichte seiner weltweiten Verbreitung geworfen. Im 18. Jahrhundert entwickelte sich in England aus älteren Vorbildern der moderne Sport als eine vom Leistungsgedanken geprägte Wettkampfkultur. Der Sport trat einen Siegeszug um die Welt an und schloss allmählich Sportler*innen aus allen Kontinenten ein. Im Sport entwickelte sich eine Welt von Held*innen und Mythen, die aber auch politisch instrumentalisiert wurden. Bewegung setzt ein fein abgestimmtes Zusammenspiel von Nerven, Muskeln, Knochen und Gelenken voraus. Ausdauer, Kraft, Schnelligkeit, Koordination und Beweglichkeit bestimmen die körperliche Leistungsfähigkeit – damit befasst man sich im Bereich „Sportliche Körper“. Die Biomechanik erforscht menschliche Bewegungsabläufe. Ob Sport treiben gesund ist, entscheidet das richtige Maß. Seit den 1960er-Jahren wird die Wettbewerbsverzerrung durch Medikamente als „Doping“ verfolgt und bedroht zunehmend die Glaubwürdigkeit des Sports. Der Sport übt weltweit eine große Faszination aus. Immer modernere Stadien bieten ihm eine Bühne. Auch in Presse, Radio und Fernsehen nimmt er großen Raum ein. Über die modernen Massenmedien kann Sport immer und überall mitverfolgt werden und er kommt „vom Stadion ins Wohnzimmer“. Sportler*innen aus den medienwirksamen Sportarten werden zu Stars und verdienen mit Werbeverträgen Millionen. Publikum und Fans tragen zu dieser Entwicklung bei, doch aus der Fanszene kommt auch Kritik. Sportarten, die weniger wahrgenommen werden, bleiben solche Einnahmequellen häufig verwehrt. Das vierte Kapitel handelt von „Technik im Wettstreit“: Ohne Technik kein Sport! Fast keine Disziplin kommt ohne besondere Geräte oder Kleidung aus. In vielen Sportarten hat die Erforschung und Verbesserung der Formen, Materialien und Handhabung von Sportgeräten zu gewaltigen Leistungssprüngen geführt. In manchen Fällen bewirkt die Leistungsexplosion jedoch, dass neue Technologien verboten werden, beispielsweise um dem körperlichen Wettstreit den Vorrang vor dem technischen zu geben. Der Wettkampfsport lebt vom Vergleich sportlicher Leistung – es geht um „schneller, weiter, genauer“. Zeiten, Höhen, Weiten oder Punkte entscheiden über Sieg oder Niederlage. Genaue Messungen und strenge Regeln sind ebenso unverzichtbar, um Rekorde zu vergleichen. Daher werden Messungen immer weiter automatisiert, um den Menschen als Fehlerquelle auszuschließen. Das letzte Kapitel setzt sich mit „Trendsports und Sporttrends“ auseinander, denn Sportlichkeit hat heute einen sehr hohen Stellenwert. Neben dem Leistungsgedanken rücken andere Beweggründe immer weiter in den Vordergrund. Es entwickelte sich eine Fülle von Sportarten, bei denen die Gesundheit im Mittelpunkt steht. Viele Menschen suchen zudem das Erlebnis von Freiheit und Abenteuer.

Fertig? Los! Die Geschichte von Sport und Technik

CoSA – Center of Science Activities, Joanneumsviertel, 8010 Graz

27.03.–21.11.2021

www.cosagraz.at

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